§ Wärmeschutznachweis nach LBo §

 

 

Was ist ein Wärmeschutznachweis und wofür brauche ich diesen?
 

Grundsätzlich ist ein Wärmeschutznachweis ein bautechnischer Nachweis, der nach der jeweiligen Landesbauordnung  bei jedem Neubauvorhaben das i.S. der EnEV bzw. der DIN 4108 relevant ist erstellt werden muss. Diesen "öffentlich, rechtlichen Nachweis" dürfen nur spezielle Fachleute erstellen, die z.B. nach Landesbauordnung als Entwurfsverfasser oder Tragwerksplaner zugelassen sind.
 

Zunächst gehört dazu der Nachweis zur Einhaltung der Anforderungen der EnEV 2014 und deren Verschärfungen für Neubauten ab 01.01.2016 für Wohngebäude bzw. Nichtwohngebäude. Dies wird über das sog. Referenzgebäudeverfahren ermittelt, das hauptsächlich den Nachweis bezüglich Primärenergiebedarf sowie die Qualität der Bauteilhülle beinhaltet.
 

Um während der Heizperiode  eine sog. "kritische Oberflächentemperatur bzw. Taupunkttemperaturunterschreitung" und das damit verbundene Schadensrisiko minimieren zu können, muss weiterhin der Mindestwärmeschutz nach DIN 4108 an jeder Stelle der beheizten Gebäudehülle gewährleistet sein. Dieser Punkt wird in der Planung bzw. der Nachweisführung oft vernachlässigt, da dieser oftmals nur über Wärmebrückensimulation erfolgen kann.

Zusätzlich muss der Nachweis zum sommerlichen Wärmeschutz nach DIN 4108 erbracht werden, in dem die Aufheizung von Räumen so weit begrenzt werden muss, dass ein behagliches Raumklima gewährleistet werden kann.
 

Seit 2008 gilt für zu errichtende Neubauten das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG), das zur anteilsweisen Nutzung von erneuerbaren Energien zur Wärme und Kälteerzeugung verpflichtet. . Es gild für Wohn- und Nichtwohngebäude gleichermaßen. Aus diesem Grund muss in der Nachweisführung zusätzlich die anteilsweise Nutzung von erneuerbaren Energien als "öffentlich, rechtlicher Nachweis" zur Bauvorlage erstellt werden. Es können aber auch Ersatzmaßnahmen herangezogen werden, bei der die Nutzungspflicht erneuerbarer Energien umgangen werden kann. Dazu ist u.a. eine 15%-ige Verbesserung der Gebäudehülle sowie des Energiebedarfs notwendig.